Wofür ist die Blende gut?

Ihre Hauptaufgabe ist es natürlich, durch ihre Öffnung die Lichtmenge, welche beim öffnen des Verschlusses auf den Sensor fällt zu bestimmen. Gut – aber warum überhaupt ein Objektiv mit verschiedenen Blendenöffnungen? Man könnte doch eigentlich das Objektiv immer ganz geöffnet lassen und die Belichtung nur über die Zeit und ISO regeln.

Ja – könnte man, aber….

da gibt es ja noch solche Begriffe wie, Abbildungsleistung oder -qualität – Tiefenschärfe oder auch Schärfentiefe genannt. Was ist denn das nun wieder? Warum einfach, wenn`s auch kompliziert geht!

Abbildungsleistung bzw. Abbildungsqualität

ergibt sich durch die Konstruktion, Verarbeitung und Korrektur eines Objektivs. So ein Objektiv besteht ja nun mal aus mehreren geschliffenen Linsen. Hier gibt es schon die erste Beeinflussung: Glaslinsen oder Kunststofflinsen, Anzahl der Linsen. Mit den Linsen, ihrer Qualität, ihrer Vergütung und ihres korrekten Schliffs steht und fällt die Qualität eines Objektivs. Hieraus erklären sich dann auch die Preisunterschiede bei vermeintlich gleichen Objektiven. Aber egal, wie genau bei der Verarbeitung und Herstellung von Objektiven vorgegangen wird, Linsen haben nun mal ihre Schwachstellen. Einige Hersteller stellen sogenannte MTF-Kurven für ihre Objektive zur Verfügung. Diese zeigen unter anderem, bei welcher Blende das Objektiv seine beste Leistung erbringen kann. Denn Linsensysteme haben nun einmal zum Rand hin immer mehr Schwächen, weshalb sich die Verwendung einer offenen Blende nicht unbedingt empfiehlt. Daher ist der Einsatz verschiedener Blendenöffnungen hier schon mal hilfreich. Leicht abgeblendet liefern die meisten Objektive eine bessere Schärfeleistung.

Für das kreative und gestalterische Fotografieren ist aber auch die Beeinflussung der Tiefenschärfe eine wichtige Aufgabe der Blende.

Tiefenschärfe oder auch Schärfentiefe genannt

bezeichnet den Bereich eines Fotos, der als scharf dargestellt wird.

Mit der Wahl der Blende können wir also den Bereich im Bild verändern, der “scharf” dargestellt werden soll – dabei gilt:

  • eine kleine Blendenöffnung = große Blendenzahl = große Tiefenschärfe
  • eine große Blendenöffnung = kleine Blendenzahl = kleine Tiefenschärfe

Und hier kommt die Verwirrung ins Spiel: klein kann groß sein, wie groß klein ist!

Hä? Wie jetzt?

Häufig hört man von der großen Blende, von einer offenen Blende, von der Blendenöffnung oder auch von der Blendenzahl und so weiter…

Das einfachste ist es, sich auf die “Blendenzahl” zu konzentrieren. So ergibt sich eine logische Verknüpfung.

  • kleine Blendenzahl = kleine/geringe Tiefenschärfe
  • große Blendenzahl = große Tiefenschärfe

Ein paar Anwendungsbeispiele:

  • man möchte nur die Augen einer Person scharf abbilden:
    kleine/geringe Tiefenschärfe = kleine Blendenzahl – also f/1.4 bis max. f/4
  • möchte man eine Gruppe von Menschen aufnehmen:
    mittlere Tiefenschärfe = mittlere Blendenzahl – also f/5.6 – f/8
  • soll möglichst alles auf dem Foto scharf abgebildet werden:
    große Tiefenschärfe = große Blendenzahl – also ab  f/11 aufwärts.

Anmerkung: In der Fotografie ist allerdings vieles nicht so einfach, wie man es gerne hätte. So auch bei der Tiefenschärfe! Diese hängt noch von weiteren Faktoren, wie der Brennweite, der Sensorgrösse und der Entfernung zum Motiv ab. Hierauf werde ich aber in einem seperatem Beitrag weiter eingehen.

Gruss Jürgen

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2 Kommentare zu „Wofür ist die Blende gut?

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