PhotoShop: Farb- und Lichtanpassung

Häufig möchte man in einem Bild eine andere Stimmung erzeugen. Dies kann über Farb- und Lichtveränderungen bewirkt werden.

Hier möchte ich mal einen Weg in PhotoShop CS2 aufzeigen. Die Arbeitsschritte können aber auch mit jedem Bildbearbeitungsprogramm mit Ebenenfunktion nachgestellt werden.

In dem gezeigten Beispiel soll eine bedrohlichere Stimmung erzeugt werden. Die Verwendung der einzelnen Arbeitsschritte kann aber auch nur für Lichtstimmungen, oder Farbveränderungen eingesetzt werden. Man kann endlos mit den Ebenen arbeiten und die Wirkungen über die Ebenendeckkraft verändern. Hier müssen gegebenenfalls auch nochmal Korrekturen vorgenommen werden, wenn neue Ebenen hinzugekommen sind.

Ausprobieren und experimentieren ist hier angesagt. Die Grundlagen solcher Veränderungen versuche ich hiermit einmal aufzuzeigen.

In dem vorliegendem Beispiel beginne ich mit einer leichten Kontrasterhöhung. Hierzu erzeuge ich zuerst eine Ebenenkopie der Hintergrundebene (roter Rahmen) und wende diese über den Ebenenstil „Lineares Licht“ (grüner Rahmen) an. Mein Ziel war es, lediglich die Konturen der Dampfwolken und Türme etwas mehr heraus zu stellen. Dies sollte aber auch nicht zu sehr heraus stechen, weshalb ich die Deckkraft der Ebene auf 34% (grüner Rahmen) herab gesetzt habe.

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Nun geht es an die bedrohliche „Luftverschmutzung“. Hierzu habe ich eine neue Ebene mit dem Ebenenstil „Strahlendes Licht“ erzeugt. Diese wurde mit einem Linearverlauf von Hellbeige bis Beige (Ocker) von unten nach oben gefüllt. Im unteren Bereich; Wiese, Bäume, Büsche und Kühltürme habe ich die Füllung wieder ausradiert, da ich hier die natürliche Färbung beibehalten wollte. Über die Ebenendeckkraft von 71% habe ich dann noch den Effekt angepaßt.

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Die Deckkraft der Ebenen entscheidet maßgeblich über die Stärke der Effekte. Weiteren Einfluß auf die Anwendung haben aber auch die Farbverläufe. Im obigen Beispiel habe ich mich ja für die Füllmethode „Linearverlauf“ entschieden. Diese hat zur Folge, dass die Farbstärke von unten nach oben zunimmt. Hier muss man von Fall zu Fall ausprobieren, ob eventuell ein „Radialverlauf“, oder eine andere Verlaufsrichtung – also nicht von unten nach oben, sondern vielleicht seitlich oder diagonal – vorteilhafter wirkt.

Für mich ist die gewählte Methode OK, da ich weitere Farbeffekte lieber gezielt einsetzen möchte. Dazu sind zwar weitere Ebenen erforderlich, aber je detaillierter eine Bearbeitung ausgeführt wird, um so sauberer und natürlicher wirkt sie im Endeffekt.

Um die Wirkung noch zu verstärken habe ich somit eine weitere Ebene eingefügt. Diese muss allerdings unterhalb der Ebene mit dem „Strahlenden Licht“ liegen, da sonst der Effekt aufgehoben wird.

Dieser neuen Ebene habe ich den Ebenenstil „Farbton“ zugeordnet. Dieser sorgt für eine weiche Einfärbung mit der gewählten Farbe. Da ich nun gezielt den Wasserdampf einfärben wollte, habe ich diesen Bereich mit dem Zauberstab ausgewählt und so eine Markierung erzeugt. Diese Markierung wurde wieder mit Beige (Ocker) gefüllt und über die Deckkraft angepaßt.

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Wichtig ist noch zu erwähnen, dass ich alle Farb- und Verlaufebenen mit dem Gauschen Weichzeichner bearbeite. Hier wähle ich meistens einen Radius zwischen 35 und 50 Pixel. Hier muss man ausprobieren, welche Stärke einen sauberen Übergang erzeugt, um harte Kanten zu vermeiden.

Soweit gefällt mir die Farbgebung schon ganz gut. Es fehlt nur noch etwas im Mittelbereich. Also hier auch noch einmal eine neue Ebene mit dem Ebenenstil „Farbton“ einfügen. Diesmal einfach mit dem Pinsel die gewünschten Bereiche mit der gewählten Farbe übermalen und wiederum mit der Deckkraft anpassen.

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Wie man sehen kann, weicht die Deckkraft der einzelnen Ebenen voneinander ab. Deshalb macht es Sinn für jeden Arbeitsgang eine neue Ebene einzusetzen. Damit hat man eben die Möglichkeit die Effekte ganz gezielt einzusetzen. Gegebenenfalls kann man dann auch immer noch im nachhinein die einzelnen Ebenen verändern und so sehr individuell arbeiten.

Farblich bin ich nun mit dem Ergebnis schon ganz zufrieden. Jetzt geht es an die Licht-effekte. Hierzu erzeuge ich eine Ebene mit dem Ebenenstil „Weiches Licht“ und färbe diese mit einem linearen Grauverlauf (Hellgrau bis Schwarz) von unten links nach oben rechts ein. Hierdurch wird die untere linke Ecke leicht aufgehellt und nach oben rechts hin immer dunkler. Die Stärke des Effekts wird auch hier wieder über die Deckkraft geregelt.

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Die Lichtstimmung geht nun schon in die richtige Richtung. Im Originalbild kommt das Licht von links und strahlt die Dampfwolke und die Wassertürme recht stark an. Um diesen Effekt noch zu verstärken erzeuge ich eine weitere Ebene mit dem Ebenenstil „Weiches Licht“ und wende diesmal einen Radialverlauf an. Wiederum mit dem Grauverlauf gefüllt ergibt sich jetzt eine kreisförmige Abdunklung ausgehend vom Verlaufsbeginn nach aussen. Als Verlaufsbeginn habe ich den sonnenbestrahlten Bereich zwischen Wasserturm und Dampfwolke links gewählt. Die Deckkraft sorgt auch hier wieder für den gewünschten Effekt.

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So entspricht die Bearbeitung schon meinen Vorstellungen. Was mich noch etwas stört, ist der recht dunkle Vordergrund. Deshalb setze ich auch hier nochmal eine Ebene mit „Weiches Licht“ ein. Der entsprechende Bereich wird jetzt einfach mit dem Pinsel und der Farbe Weiss übermalt. Mit der Deckkraft noch die Stärke regeln und das Bild ist fertig.

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Hier noch die Gegenüberstellung. Viel Spass beim ausprobieren.

vergleich

Gruss Jürgen

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