Alles geregelt? Na dann kannst Du ja fotografieren!

Es gibt die ein oder andere Regel in der Fotografie. Da hört man immer wieder vom „Goldenen Schnitt“, von der „Drittelregel“, vom „Magischen Dreieck“ und so weiter und so weiter.
Was aber hat es damit auf sich? Fotografieren ist doch das gestalten mit Licht. Eine Kunst ähnlich wie die Malerei und die Bildhauerei. Läßt sich Kunst regeln? In gewisser Weise schon.
Sowohl in der Malerei als auch in der Bildhauerei werden bestimmte Regeln immer wieder beachtet, um ein ansprechendes Ergebnis zu erhalten. So auch in der Fotografie. Je mehr Regeln man beachtet, um so mehr wird das Ergebnis die Massen ansprechen. Wer mit Regeln bricht wird entweder nicht beachtet, oder wird ein grosses Genie. Alle grossen Genies der Malerei und Bildhauerei, aber auch der Fotografie haben in irgend einer Art und Weise die Regeln missachtet. Sie haben ihren eigenen Stil gefunden und damit aus der Masse heraus gehoben. Dazu gehört Mut und Ausdauer – alles Neue braucht seine Zeit um akzeptiert zu werden.
Unser ganzes Leben ist mehr oder weniger geregelt. Ohne Regeln würde es wahrscheinlich ein gewaltiges Chaos geben. Wir sind es also gewohnt Regeln zu befolgen. Somit ist alles was regelkonform ist – gut! Wirklich alles?
Schaut man sich auf diversen Bilderseiten im Internet um, so wird es schnell langweilig. Immer und immer wieder die fast selben Bilder. Sehenswürdigkeiten werden immer wieder gleich abgelichtet – sie sind beliebig austauschbar. Landschaften haben immer eine ausladende Weite. Blumen sind von oben mittig auf die Blüte abgebildet. Kinder, oder generell Personen sind in voller Grösse, ohne Anschnitt oder zumindest als Portrait schön mittig platziert worden. Es sind andere Gesichter, andere Blumen, andere Landschaften, aber doch immer wieder gleich. So sind die Regeln!
Dabei hat doch sicher jeder schon mal eine Regel gebrochen – warum also nicht beim fotografieren. Man muss ja nicht gleich alles was man gelernt oder gehört hat über Bord werfen. Doch die ein oder andere Lockerung bzw. Missachtung kann durchaus die Spannung eines Bildes erhöhen.
Klar ist und bleibt – auf einem Bild sollte man etwas erkennen können. Also sollte ein gewisser Anteil an Licht und auch Schärfe schon vorhanden sein. Der Rest ist doch eigentlich freie Auslegungssache. Die Bildgestaltung ist ja gerade die Kunst – das malen mit Licht – was die Fotografie ausmacht. Ob man dann…
  • Hoch- oder Querformat
  • den goldenen Schnitt
  • eine bestimmte Linienführung oder Diagonalen
  • besondere Perspektiven
  • eine Freistellung
  • Bildtiefe
  • Symmetrie
  • oder Farbgestaltung
anwendet bleibt jedem selbst überlassen. Damit soll und kann er/sie sich aus der Masse herausstellen. So findet man seinen eigenen Stil zu fotografieren. Muss sich aber durchaus im Klaren darüber sein, dass dieser Stil nicht jedem gefallen wird.
Wie schon geschrieben wird der grossen Masse das Bild gefallen, welches die meisten Regeln befolgt. Doch wird hier auch die Masse flüchtig darüber hinweg schauen und es eigentlich gar nicht richtig wahrnehmen. Hat man ja schon alles millionenfach gesehen.
Wird aber eine oder gar mehrere der Regeln gebrochen, so wird das Bild häufig viel interessanter und die Betrachter bleiben länger daran haften. Damit wäre dann das Ziel erreicht. Die Betrachter interessieren sich für dieses Bild, weil es aus der Masse heraus sticht.
Regeln sind somit Anhaltspunkte, die durchaus ihre Berechtigung haben. Doch muss man sich nicht akribisch danach richten. Und vor allem ist es kein Fehler sich bewust gegen eine oder mehrere Regeln zu entscheiden, es sollte nur zu einem spannenden Bild führen.
Dann sind Aussagen wie: „das liegt aber nicht im goldenen Schnitt“, oder „der Blick hat nicht genügend Raum“, oder „da liegt die Schärfe aber nicht auf…“ eigentlich gar nicht mehr der Punkt, sondern der Anreiz sich mit dem Bild auseinander zu setzen.

So sollte Fotografie sein!

Wer mag sollte mal folgendes ausprobieren:

  • bewust das Hauptmotiv woanders platzieren als im golden Schnitt oder gar in der Mitte.
  • vorhandene Linien oder Diagonalen zur Bildgestaltung nutzen.
  • mit Licht und Schatten spielen. Extreme Schattenkanten, Spitzlicher, Gegenlicht, Hell-Dunkel-Bereiche in die Bildgestaltung integrieren.
  • mit aussergewöhnlichen Perspektiven arbeiten. Ein Blickwinkel der nicht der gewohnten Sichtweise entspricht ist meistens sehr reizvoll.
  • ein Motiv mal so richtig freistellen, alles darum herum in die Unschärfe bringen. Also mal mit dem Weitwinkel oder mit dem Tele bis zur Nahgrenze heran gehen.
  • bewust einmal auf Farben achten. Farben im Gegensatz oder in Harmonie ins Bild einbauen.
  • auch einmal von den Standardformaten abweichen. Nicht nur hoch oder quer, auch mal lang, dick oder quadratisch zuschneiden und gestalten.
  • Mache von einem Motiv mehrere Bilder. Ändere mal den Bildausschnitt, die Perspektive, die Distanz zum Motiv, die Brennweite, die Blende, die Verschlusszeit.
    Begutachte die Bilder zuhause am PC und sortiere aus, was nicht passt. Überlege Dir, warum diese Bilder nicht passen. Die Exif-Daten der Bilder offenbaren auf Wunsch alle wichtigen Kameraeinstellungen und verwendete Brennweiten.
  • Gehe nur mit einer Festbrennweite auf Motivsuche. Der Bildwinkel bleibt immer gleich. So musst Du dich besonders intensiv mit dem Bildausschnitt, der Distanz zum Motiv und der Perspektive auseinandersetzen.

Wenn man sich mal so etwas intensiver mit dem Bildaufbau beschäftigt findet man vielleicht seinen ganz persönlichen Stil und kann andere davon überzeugen ein Genie zu sein.

Gruss Jürgen

 

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#paleica Projekt: 12 magische Mottos

Im nächsten Jahr werden wir an dem Projekt von paleica teilnehmen.

Die vergangenen Projekte von ihr waren sehr interessant und so haben wir uns dazu entschlossen mitzumachen.

12 magische Mottos

Logos

Allein der Titel verspricht schon spannendes. Erst immer kurzfristig die Themen genannt zu bekommen ist auch schon mal eine Herausforderung. Wir sind gespannt auf das, was da kommen wird.

Da sich dieser Blog mittlerweile sehr schwer tut in Bezug auf Anzeige und Speicherung, werden wir mit unseren Einzelblogs teilnehmen:

Isi`s Foto-Portal  und

Jürgen`s Foto Galerie

Schaut doch einfach mal öfters vorbei – Danke ❤

LbG Isi und Jürgen

Details vom Weihnachtsmarkt

… ist unser 50. Projekt für dieses Jahr. Damit neigt sich das Jahr schon wieder dem Ende und wir möchten uns bei all unseren Followern recht herzlich bedanken.

Gruss

wünschen Euch

Isi & Jürgen

 

Und hier noch unsere Weihnachtsmarkt-Bilder: